MĂ€nnergesangverein Mudenbach

Der MGV Mudenbach stellte zum Jahresende 2015 seine AktivitÀt ein.

Nachstehender Text wurde von Rainer Thiel,  Mudenbach zusammengetragen und niedergeschrieben.

Geschichte des MGV

Festzustehen scheint, dass bereits im Jahre 1881 ein MĂ€nnerchor existierte. Dieser bestand aber bestimmt schon in frĂŒheren Jahren, worĂŒber aber keine Angaben zu finden sind. In diesem frĂŒhen Anfangsstadium erfolgte eine mehrmalige Neubesetzung des Dirigenten, meist waren es die an unserer Volksschule tĂ€tigen Lehrer, die aber wegen Versetzung oft nicht lange blieben.

Die eingetragene GrĂŒndung in SĂ€ngerbund Oberwesterwald erfolgte 1908, Vorsitzender wurde Heinrich Schmidt. In den folgenden Jahren nahmen unsere SĂ€nger dann auch verstĂ€rkt an Auftritten bei SĂ€ngerfesten in den Nachbarorten teil. Eine eigene Vereinsfahne wurde 1911 eingeweiht.
Das Liedgut in dieser Zeit war besonders vaterlÀndisch-national geprÀgt. Dirigent Lehrer Böhm leitete die SÀnger bis 1914, ihm folgte dann Lehrer Leister, der als Soldat im 1. Weltkrieg den Tod fand.

Ab 1920 bis zum 2. Weltkrieg wurde Lehrer OrtmĂŒller Chorleiter, Vorsitzender war Anton Wolf. Lehrer OrtmĂŒller verfasste u. a. auch diverse Theaterspiele und Gedichte. Die SĂ€ngerzahl schwankte zwischen 25 und 40 Aktiven. Der oben genannte nationale Zeitgeist setzte sich dann verstĂ€rkt in den 30er Jahren fort. Das Chorwesen wurde durch die Nazi-Verordnungen neu geregelt. So wurden z. B. Marxisten vom Vereinsleben ausgeschlossen, die Mitglieder auf mind. 40 erhöht sowie noch manch andere kontrollierende Nazi-Verordnung wurde bestimmend fĂŒr das Weiterbestehen des Vereins.

WĂ€hrend der Kriegsjahre verstummte dann das Lied und wurde erst wieder im Jahre 1949 neu belebt und ein Verein mit ca. 50 aktiven SĂ€nger gegrĂŒndet. 1949 wurde Ernst Schmidt 1. Vorsitzender, Chorleiter wurde Herr Zufall aus Wied, der 1954 von Chordirektor Schuh abgelöst wurde.

In den 50er Jahren war wohl das Leistungshoch im MGV. So wurden u. a. fast alle Preise in der III. Stadtklasse gewonnen, ebenso der Dirigentenpreis. In dieser Zeit schwankte die aktive SĂ€ngerzahl um die 40 Personen.

1972 wurde Gerhard Strobel 1. Vorsitzender, als Chorleiter wurde 1973 Herr Velten aus Wahlrod engagiert. Zum 70. Geburtstag des Vereines im Jahre 1973 fand in Mudenbach ein großes SĂ€ngerfest statt, im Jahre 1982 dann das 100-jĂ€hrige Stiftungsfest des MGV.

1987 fand das letzte SĂ€ngerfest in Mudenbach statt

1987 wurde Horst Treßel 1. Vorsitzender, dem Lothar Thiel folgte.

1989 wurde Herr Kaczmarczyk aus Altenkirchen Chorleiter.

1993 wurde Ottmar Görtz 1. Vorsitzender bis zur Einstellung der aktiven TÀtigkeiten des MGV im Jahr 2015.

Aktive SĂ€nger im Jahre:

1995 = 26
2000 = 24
2008 = 16
2010 = 14

Am spĂ€ten Abend des 26. MĂ€rz 1945 brachten 2 deutsche Soldaten ihren stark aus einer Halswunde blutenden schwerverwundeten Kameraden auf einer Zeltplane liegend in das Wohnhaus von Berthold Strobel (Keesersch). Bertholds Mutter bereitete dem Verwundeten ein LagerstĂ€tte, die beiden Überbringer verschwanden alsbald wieder, auf der Flucht vor den aus Borod anrĂŒckenden Amerikaner. Bertholds Mutter versuchte mit allen zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln, die Verwundung zu behandeln, es gelang ihr nicht, das Blut zu stillen; Ă€rztliche Hilfe war natĂŒrlich nicht zu bekommen, der Soldat starb.

Kurz darauf drangen Amerikaner ins Haus auf der Suche nach deutschen Soldaten, fanden aber nur den Toten. Am nĂ€chsten Tag informierte Bertholds Mutter den noch amtierenden langjĂ€hrigen BĂŒrgermeister

Karl Schmidt II, der dafĂŒr sorgte, dass der Tote zusammen mit zwei anderen gefallenen Soldaten am Rande der „Steitheck“ beerdigt wurde, neben dem damals dort stehenden Denkmal fĂŒr die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.